Früher bedeutete Salonblond einen Termin von drei Stunden und eine schmerzhafte Rechnung.
In diesem Frühjahr soll ein neues Spray das ändern.
Mit den helleren Tagen wächst der Wunsch nach aufgehelltem Haar beinahe so verlässlich wie die Lust auf Eiskaffee. Statt einen teuren Balayage-Termin zu buchen, verspricht ein neues französisches „Sonnenlicht“-Spray einen weichen Glow wie nach dem Urlaub – für weniger als 30 Euro, zur Anwendung zu Hause und mit einem Ansatz, der die Haarfaser weniger stark belasten soll als klassische Blondierung.
Von teurer Balayage zu erschwinglichem Sonnenlicht-Haar
Balayage und Highlights mit „Zurück-aus-dem-Urlaub“-Effekt zählen im Frühjahr 2026 weiterhin zu den wichtigsten Haartrends. Daneben stehen Looks wie 3D-„Goldie Contrast“, Light-Line-Farbe und Haarfarbe passend zum Hautton. Ihr gemeinsames Ziel: dem Gesicht Wärme und Leuchtkraft zu geben, ohne einen harten Ansatz entstehen zu lassen.
Problematisch sind jedoch Kosten und mögliche Haarschäden. Eine vollständige Balayage bei langem Haar kann in vielen europäischen Salons problemlos mehr als 150 € kosten, in grossen Städten in Grossbritannien und den USA sogar deutlich über $200. Klassisches Aufhellen basiert auf Oxidation: Sie schwächt die Schuppenschicht, macht die Oberfläche rauer und kann bereits strapaziertem Haar seinen natürlichen Glanz nehmen.
Hausmittel wie Zitronensaft oder selbst gemachte Kamillenspülungen kursieren seit Langem in sozialen Netzwerken. Viele Friseurinnen und Friseure reagieren darauf mit Unbehagen: Bei zu häufiger Anwendung oder ohne passende Pflege entziehen solche Methoden dem Haar Feuchtigkeit und machen es brüchig – besonders bei intensiver UV-Strahlung.
„Zwischen Salonblondierung und riskanten Experimenten aus der Küche ist eine neue Zwischenlösung angekommen: ein kontrolliertes, schrittweise aufhellendes Spray für die Anwendung im Alltag.“
Für Gesprächsstoff sorgt in dieser Saison das Sunlight Lightening Spray des französischen Haarpflege-Spezialisten Lazartigue. Die Marke beschreibt es als zugänglichen „Fake-Urlaubs“-Effekt für blondes bis hellbraunes Haar, der weniger als 30 € kostet.
Was das Sunlight Lightening Spray tatsächlich bewirkt
Anders als eine herkömmliche Coloration mit festem Endergebnis wirkt Sunlight als schrittweiser Aufheller. Es soll nachahmen, wie Sonne einzelne Strähnen während mehrerer Wochen am Strand auf natürliche Weise heller macht – allerdings gezielter und besser kontrollierbar.
Die Rezeptur stützt sich auf drei Säulen: natürliche aufhellende Pflanzenextrakte, eine geringe Menge eines klassischen Oxidationsmittels und feuchtigkeitsspendende Pflegewirkstoffe.
- Kamille: Eine seit Langem verwendete Pflanze, die helles Haar dezent aufhellen kann.
- Tausendgüldenkraut: Eine Pflanze mit bläulichen Pigmenten, die gelblichen oder messingfarbenen Tönen entgegenwirken hilft.
- Wasserstoffperoxid: In niedriger Konzentration enthalten, um den Haarton nach und nach anzuheben.
- Hyaluronsäure: Sie zieht Feuchtigkeit an und speichert sie, wodurch sie der beim Aufhellen häufig auftretenden Trockenheit entgegenwirkt.
Lazartigue zufolge stammen 91% der Inhaltsstoffe aus natürlichem Ursprung. Das Spray ist zudem alkoholfrei, um das gespannte, ausgetrocknete Haargefühl zu vermeiden, das manche Aufhellungssprays hinterlassen.
„Das Versprechen: ein sanfter, sonnengeküsster Blond-Effekt, Ton für Ton, statt einer dramatischen und sofort sichtbaren Farbveränderung.“
Für wen das Produkt wirklich geeignet ist
Sunlight richtet sich an Menschen mit blondem bis hellbraunem Haar – unabhängig davon, ob es naturbelassen oder bereits coloriert ist. Bei sehr dunklem Haar dürfte der Effekt bestenfalls äusserst dezent ausfallen und kann in einen warmen oder kupferfarbenen Bereich kippen.
Besonders interessant ist es für Menschen, die:
- eine ältere Balayage ohne kompletten Salonbesuch länger frisch wirken lassen möchten;
- sich nicht sofort auf eine dauerhafte Coloration festlegen wollen;
- den Look von Haar nach „Tagen am Strand“ mit wenig Aufwand mögen;
- eine allmähliche Veränderung einem auffälligen Vorher-nachher-Effekt vorziehen.
Sunlight für einen natürlichen Sonneneffekt anwenden
Das Spray ist für die Anwendung zu Hause gedacht und kann sowohl auf handtuchtrockenes als auch auf trockenes Haar gegeben werden. Diese Flexibilität erleichtert es, das Produkt in die Routine einzubauen, ohne dafür einen vollständigen Haarwaschtag einplanen zu müssen.
Anwendung Schritt für Schritt
| Schritt | Vorgehen |
|---|---|
| 1 | Mit sauberem Haar beginnen, entweder handtuchtrocken oder trocken. |
| 2 | Auf die Bereiche sprühen, die heller werden sollen: auf das gesamte Haar, nur in die Spitzen oder auf Strähnen, die das Gesicht umrahmen. |
| 3 | Das Haar bürsten oder durchkämmen, damit sich das Produkt gleichmässig verteilt und keine Streifen entstehen. |
| 4 | Die Formel entweder durch Sonnenlicht oder mit einem Föhn aktivieren. |
| 5 | Die Anwendung über mehrere Einsätze wiederholen, um den Effekt schrittweise aufzubauen. |
Es gibt zwei Aktivierungsmöglichkeiten. In der Sonne zu sitzen liefert das natürlichste Resultat und unterstützt die Urlaubsfantasie. Ein Föhn ist an bewölkten Tagen praktischer oder für Menschen, die Gesicht und Kopfhaut möglichst wenig Sonne aussetzen möchten.
„Stellen Sie sich jede Anwendung als eine halbe Nuance heller vor, nicht als vollständige Blondiersitzung. Geduld gehört zum Prozess.“
Ganzheitlicher Glow oder dezentes Konturieren
Das gesamte Haar kann behandelt werden, um einen sanften, gleichmässigen Glow zu erzielen. Alternativ lassen sich gezielt bestimmte Partien aufhellen:
- Strähnen rund ums Gesicht: Ein Kranz hellerer Haarpartien um das Gesicht, der wie integriertes Contouring wirkt.
- Längen und Spitzen: Der Fokus auf Mittellängen und Spitzen erzeugt einen „herausgewachsene Balayage“-Effekt.
- Highlights am Oberkopf: Werden nur die oberen Haarlagen eingesprüht, erinnert das Resultat an natürliche Sonneneinstrahlung.
Wer ungleichmässige Ergebnisse befürchtet, kann zunächst einige Strähnen rund um das Gesicht behandeln. Das ist eine risikoärmere Möglichkeit, das Produkt zu testen, bevor grössere Bereiche folgen.
Was Friseurinnen und Friseure an Aufhellungssprays kritisch sehen
Professionelle Coloristinnen und Coloristen begegnen Aufhellern für zu Hause oft mit Vorsicht. Wasserstoffperoxid kann das Haar selbst in niedriger Dosierung über längere Zeit austrocknen, wenn es zu häufig verwendet oder mit regelmässigem Hitzestyling kombiniert wird.
Auch Dermatologinnen und Dermatologen weisen darauf hin, dass Produkte, die durch Sonnenlicht oder Wärme aktiviert werden, mit Kopfhautschutz und UV-Pflege für die Haut abgeglichen werden sollten. Längere Sonneneinstrahlung auf unbedeckter Kopfhaut und im Gesicht erhöht das Risiko für Verbrennungen und langfristige Schäden.
Um möglichst sicher vorzugehen, raten Farbexpertinnen und Farbexperten zu Folgendem:
- Anwendungen auf ein- oder zweimal pro Woche statt auf täglich begrenzen;
- zwischen den Anwendungen eine nährende Maske oder ein Öl verwenden;
- das Spray nicht schichtweise auf bereits brüchigem oder chemisch stark behandeltem Haar auftragen;
- vor der Behandlung des gesamten Haars einen Strähnentest an einer verdeckten Stelle durchführen.
„Sanfte Pflege und realistische Erwartungen entscheiden darüber, ob ein schmeichelhafter Glow entsteht oder strohige, abgebrochene Spitzen.“
Wichtige Begriffe hinter dem Sonnenlicht-Trend
Rund um dieses Produkt und die aktuellen Haartrends tauchen verschiedene Fachbegriffe auf.
Oxidation: Dabei handelt es sich um den chemischen Prozess, der Haar aufhellt, indem er das natürliche Pigment Melanin abbaut. Sowohl Blondierung als auch Wasserstoffperoxid nutzen Oxidation. Mehr Oxidation bedeutet eine stärkere Aufhellung, erhöht aber auch das Risiko für Trockenheit und Haarbruch.
Messingfarbene Töne: Wenn dunkles oder zuvor gefärbtes Haar aufgehellt wird, treten oft warme Untertöne wie Gelb, Orange oder Kupfer hervor. Inhaltsstoffe wie Tausendgüldenkraut oder klassische Silbershampoos helfen, diese Nuancen mit kühlen Pigmenten auszugleichen.
Haarfarbe passend zum Hautton: Ein neuerer Trend, bei dem die Haarfarbe gezielt auf den Unterton der Haut abgestimmt wird, statt sich lediglich an Modefarben wie „Eisblond“ oder „Schokoladenbraun“ zu orientieren. Ein dezenter, sonnengeküsster Effekt kann auf warme, kühle oder neutrale Teints zugeschnitten werden.
Alltagsszenarien: Wann ein Sonnenlicht-Spray am besten funktioniert
Man stelle sich eine Person mit naturblondem Haar in Dunkelblond vor, das nach dem Winter flach und etwas matt wirkt. Ein Salontermin für eine komplette Balayage könnte finanziell wie auch wegen der nötigen Festlegung übertrieben erscheinen. Wird ein Spray wie Sunlight einen Monat lang einmal wöchentlich verwendet, kann es nur der oberen Haarlage und den Partien um das Gesicht mehr Dimension verleihen – genug, um auf Selfies Licht einzufangen, ohne einen harten Nachwuchs zu erzeugen.
Anders sieht es bei einer Person mit tiefbraunem, bereits coloriertem Haar aus, die sich eine dramatische Blondveränderung wünscht: Sie dürfte mit einem schrittweisen Spray kaum zufrieden sein. Es kann keinen professionellen Blondierprozess mit sorgfältiger Tönung ersetzen. In diesem Fall empfehlen Stylistinnen und Stylisten solche Sprays eher später, um das Blond zwischen Salonterminen zu erhalten und sanft aufzufrischen.
Auch die Jahreszeit spielt eine Rolle. Frühling und Frühsommer eignen sich am besten für diese Produktart, weil mässige Sonneneinstrahlung verfügbar ist und das Haar sich meist in besserem Zustand befindet als nach intensiver Sommer-UV-Strahlung, Salzwasser und Chlor. Wer das Spray nach einem langen Strandurlaub stark nutzt, riskiert, bereits vorhandene Trockenheit zusätzlich zu verstärken.
„Strategisch eingesetzt liegen Sprays im Sonnenlicht-Stil irgendwo zwischen einem aufhellenden Haarpflegeprodukt und einer Einstiegsleistung im Colorationsbereich.“
Für Menschen, die ihre Salontermine weiter auseinanderziehen oder eine hellere Nuance mit geringerem Risiko ausprobieren möchten, bietet diese Option für unter 30 € die Möglichkeit, mit einem sanften, kontrollierbaren Glow in den Frühling zu starten – statt direkt zu einer vollständigen Coloration zu greifen.
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